Was ist Pfadi

Die Pfadibewegung

Was ist Pfadi?

Die Pfadi ist mit über 42‘000 Mitgliedern die grösste Jugendorganisation der Schweiz und bietet für alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung – unabhängig von Religion, Herkunft oder sozialem Status.

Die Leiterinnen und Leiter organisieren ein abwechslungsreiches, spannendes und lehrreiches Programm, welches für jede und jeden etwas bietet. Ein zentrales Element der Aktivitäten ist das Gemeinschaftserlebnis unter gleichaltrigen Freunden, geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Fernab von Fernseher und Schulstress ermöglicht die Pfadi eine eindrückliche Begegnung mit der Natur und ihrer Schönheit.

Jugendliche haben in der Pfadi früh die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen und daran zu wachsen. Ein zentrales Motto der Pfadi lautet: „learning by doing“.

Was macht man in der Pfadi?

Die Pfadiaktivitäten finden normalerweise am Samstagnachmittag statt. Meistens wird die Zeit im Freien verbracht, manchen Gruppen stehen auch eigene Räumlichkeiten zur Verfügung. Im Zentrum stehen abwechslungsreiche und spannende Erlebnisse in der Gruppe. Die einzelnen Aktivitäten der Pfadi sind enorm vielfältig.

Einige Beispiele: Hütten bauen, Geländespiele, Kochen über dem Feuer, Schnitzeljagd, Basteln, Spiele, Feuer machen, Knöpfe lernen, Lagerbauten errichten, 1. Hilfe, Lager, etc.

Typisch in der Pfadi ist die thematische Einkleidung der Aktivitäten. Die Kinder tauchen dadurch in eine Fantasiewelt ein und erleben spannende Abenteuer. So sind sie vielleicht ein Quartal lang Piraten auf Schatzsuche und im nächsten Vierteljahr lösen sie gemeinsam mit Sherlok Holmes ein schwieriges Rätsel.

Wie werden die Leiterinnen und Leiter ausgebildet?

Die Ausbildungsinhalte sind sehr vielfältig. Sie reichen von verantwortlichem und sicherheitsbewusstem Handeln über die Planung von Aktivitäten und längeren Lagern, dem Umgang mit Suchtmitteln bis hin zum Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen.

Jedes Jahr besuchen die Leiterinnen und Leiter Ausbildungskurse. Die Kurse werden von erfahrenen Kursleiter/innen geleitet. Sie werden gemeinsam mit Jugend+Sport (J+S) durchgeführt. Nach erfolgreichem Bestehen eines Kurses erhalten die Kursteilnehmenden eine Leiter-Anerkennung von Jugend+Sport.

Im Pfadialltag werden die jungen Leiterinnen und Leiter von ihren älteren Kolleginnen und Kollegen unterstützt und beraten. Abteilungsleitungen und der Abteilungscoach betreuen die Leitenden vor allem bei der Organisation und Durchführung von Lagern. Sie helfen in schwierigen Situationen und geben Rückmeldungen zu den Aktivitäten.

Was bedeutet der Pfadiname?

Den Pfadinamen (Vulgo) bekommt jede/r Teilnehmer/in meist in seinem ersten Pfadilager. Der Pfadiname wird von den Leiter/innen passend zur Person ausgewählt und hat grundsätzlich die Bedeutung einer positiven Eigenschaft des Teilnehmers.

Wie ist die Pfadi lokal verankert?

Die Pfadi ist in lokale Abteilungen gegliedert. Pfadiabteilungen haben zwischen 30 und 180 Mitglieder. Die Abteilungen gliedern ihre Mitglieder nach Alter (und teilweise nach Geschlecht) in Gruppen von etwa 10 bis 30 Kindern und Jugendlichen.

Wer finanziert die Pfadi?

Die Pfadi finanziert sich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. Lager werden in den meisten Fällen von Jugend+Sport finanziell unterstützt. Hinzu kommen teilweise Finanz-Aktionen in der Gemeinde (Kuchenverkauf, Altpapiersammlung etc.), welche die Gruppen selber organisieren und durchführen.

Ziele und Grundsätze

Ganzheitliche Förderung

Das oberste Ziel der Pfadi ist die ganzheitliche Förderung der Entwicklung: In der Pfadi wachsen Kinder und Jugendliche zu verantwortungsvollen und engagierten Menschen heran.

Entwicklungsziele

Unter ganzheitlicher Förderung versteht die Pfadibewegung die Förderung der fünf verschiedenen Beziehungen, die ein Mensch pflegt.

Für jede dieser Beziehungen hat die Pfadibewegung ein Hauptziel formuliert, dem sich ihre Mitglieder annähern sollen. Für die einzelnen Altersstufen wurden die Hauptziele im Pfadiprofil der Pfadibewegung Schweiz noch präzisiert.

Beziehung zur Persönlichkeit   Beziehung zur Persönlichkeit: selbstbewusst und selbstkritisch sein

Beziehung zum Körper   Beziehung zum Körper: sich annehmen und sich ausdrücken

Beziehung zu den Mitmenschen   Beziehung zum Mitmenschen: anderen frei begegnen und sie respektieren

Beziehung zur Welt   Beziehung zur Umwelt: kreativ sein und umweltbewusst handeln

Beziehung zu Gott spirituelle Beziehung  Beziehung zum Spirituellen:  offen sein und nachdenken

Unsere Methoden

Um das Erreichen dieser fünf Ziele zu fördern, arbeitet die Pfadibewegung mit sieben Methoden. Sie sind charakteristisch für die Pfadi und grenzen sie inhaltlich von anderen Jugendverbänden ab.

Persönlicher Fortschritt   Persönlichen Fortschritt fördern, z.B. schrittweise ans Leiten herangeführt werden

Gesetz und Versprechen   Gesetz und Versprechen, z.B. gemeinsam Lagerregeln erarbeiten

Leben in der Gruppe   Leben in der Gruppe, z.B. in kleinen Gruppen eine Velotour unternehmen

Rituale und Traditionen   Rituale und Traditionen, z.B. neue Mitglieder mit einem Ruf begrüssen

Mitbestimmen und Verantwortung tragen   Mitbestimmen und Verantwortung tragen, z.B. gemeinsam Lieder/Spiele auswählen

Draussen leben   Draussen leben, z.B. in einem Iglu übernachten

Spielen   Spielen, z.B. einen sportlichen Wettkampf durchführen

Weitere Informationen

Die vollständigen Angaben zu den Zielen und zur Methodik der Pfadi sind in der folgenden Publikation festgelegt:

„Pfadiprofil – Die pädagogischen Grundlagen der Pfadibewegung Schweiz“